February 2010 Archives
2010-02-24 12:35:56
Rätselraten um Apple A4 Prozessor
Ende Januar hat Apple das iPad vorgestellt, das als erster Vertreter einer neuen Geräteklasse die Lücke zwischen Smartphones und Notebooks schließen soll.
Apple bewirbt den Prozessor „A4“ des iPad als eine Eigenentwicklung. Apple ist der einzige PC-Hersteller, der sowohl Mainboards und einzelne enthaltene Chips, als auch das OS und die Anwendungssoftware selbst entwickelt. Diese „Tradition“ reicht zurück bis zu Customchips wie dem IWM (Integrated Woz Machine) für einige Apple-II-Modelle. Doch eine vollständige Neuentwicklung eines Prozessors ist zu aufwendig, und außerdem hat Apple schon vom Newton bis hin zum iPhone oft Prozessorkerne von ARM verwendet. Auch sollen alle iPhone-Apps ohne Änderungen am Programmcode auf dem iPad direkt ausführbar sein.
Meist wird spekuliert, dass der A4 einen ARM Cortex-A9-Kern mit 2 Kernen hat. So schreibt auch das Magazin „Elektronik“ in der aktuellen Ausgabe 4/2010:
„[...] gibt es nach Analyse der Elektronik nur eine Antwort: Das Herz ist ein mit 1 Ghz getakteter Cortex-A9-MP-Core von ARM in einer Dual-Core-Ausführung.“
Vermutlich ist dabei aber der Wunsch der Vater des Gedankens. Bisher sind sind zwar von einigen Firmen Produkte mit Cortex-A9-Kern angekündigt, aber noch nicht erhältlich. Bei Embedded-Prozessoren vergehen zwischen der ersten Ankündigung und den ersten größeren Serien oft einige Jahre.
Derzeit kann beim iPhone und iPad nur eine Anwendung aktiv sein kann. „Aktiv“ bedeutet, dass nur eine Anwendung den Bildschirm nutzen kann, dann aber auch vollständig. Das kennt man auch von klassischen PDA-Betriebssystemen wie dem PalmOS. Dabei würde ein weiterer Kern nicht so viel Sinn machen, wie beispielsweise eine verbesserte Grafikengine.
So ähnlich schildert es auch das Magazin c't und steht mit seiner Einschätzung, dass der A4 einen Cortex-A8-Kern enthält, auf ziemlich verlorenem Posten. Trotzdem teile ich diese Meinung. Und was meinen Sie?